23. Juli 2010

Kommt der Zusatzbeitrag für Übergewichtige?

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Fat-Tax nun auch bei den Krankenkassen? Übergewichtige belasten das deutsche Gesundheitssystem jährlich mit zusätzlichen 17 Milliarden Euro. Diese Tatsache hat den sächsischen CDU-Bundestagsabgeordneten Marco Wanderwitz zu dem Vorschlag angeregt, Risikozuschläge für dicke Menschen einzuführen.

Gegenüber der „Bild“-Zeitung sagte der Abgeordnete, dass man sich mit der Frage beschäftigen dürfe, ob man von Menschen, die durch ungesunde Lebensweise hohe Kosten für die Allgemeinheit verursachen, Risikozuschläge verlangen könne. Dicke Menschen müssten dafür eine besondere Verantwortung in finanzieller Hinsicht übernehmen.

Auch Gesundheitsökonom Jürgen Wasem steht einer Diskussion über höhere Zuzahlungen für Kostenverursacher positiv gegenüber. Er forderte demnach eine höhere Besteuerung von risikoreichen Lebensfaktoren, wie es bei Tabakprodukten bereits Standard ist. Dazu gehörten Wasem zufolge auch Risikosportarten und Dickmacher wie Schokolade.

Dieser Vorschlag stößt auch bei großen Teilen der Bevölkerung auf positives Feedback. Eine noch unveröffentlichte Studie der Jacobs-University Bremen zeigt, dass „die Mehrheit der Versicherten höhere Zuzahlungen bei ungesunden Verhaltensweisen befürwortet“, sagte Adele Diederich, die die Studie hervorgebracht hat.

Konter kam dagegen von SPD-Querschläger Karl Lauterbach, der kürzlich mit einem Verbot von Homöopathie auf Kassenkosten in die Schlagzeilen geraten war. Er bezeichnete eine mögliche Zuzahlung für dicke Menschen als „schwachsinnigen Vorschlag“ mit der Begründung, dass man dabei selektiver vorgehen müsse.

Übergewicht habe schließlich auch psychische oder erblich bedingte Ursachen und gingenicht pauschal auf eine undesunde Lebensführung zurück. Stattdessen müsste vielmehr über bessere präventive Maßnahmen schon ab frühem Kindesalter und für Personengruppen mit hohem Risikopotenzial nachgedacht werden. Bislang fehle vom Gesundheitsminister Philipp Rösler noch ein entsprechender Vorschlag.

Nach Homöopathie-Verbot auch Fast-Food-Verbot?

Eine staatliche Kontrolle der gesunden Lebensweise in Deutschland lehnten jedoch Verbraucher- sowie Gesundheitsministerium strikt ab. Eine gesunde Lebenshaltung per Verordnung könne es nicht geben, hieß es dort. Zuvor hatte Erwin Lotter von der FDP gegenüber der  “Bild”-Zeitung einen ähnlichen Vorschlag geäußert, in dem er ein Fast-Food-Verbot für Kinder unter 16 Jahren gefordert hatte. Man müsse gegen eine Verfettung der Kinder hierzulande politisch vorgehen, begründete er seinen radikalen Vorstoß.

6 Kommentare zu “Kommt der Zusatzbeitrag für Übergewichtige?”

  1. redlope schrieb: 24. Juli 2010 um 00:04

    Und weiter geht die Hetze auf einzelne Bevölkerungsgruppen!
    Teile und Herrsche! Ganz abgesehen von den Zumutungen der Durchführbarkeit einer solchen Maßnahme. Werden dann alle Versicherten einmal im Jahr zum Wiegen bestellt?
    Und dann werden die Dicken, die krankhaft dick sind, Atteste herbeibringen, die genau das bestätigen, weshalb sie von der Dickenabgabe befreit werden. Bei Arbeitslosen werden dann die überflüssigen Kilos auf das Harz-4 angerechnet – erst abhungern, dann gibt’s wieder Essensgeld.
    Die mißgünstigsten Erbsnzähler kommen aus Deutschland – und von Solidarität keine Spur! Das war schon immer so. Ist ja auch viel einfacher, dem Nachbarn nicht die Butter auf dem Brot zu gönnnen, ehe man darüber nachdenkt, wo das Geld wirklich + überflüssig hinfließt!
    Jeder kann einmal in die Lage kommen, Hilfe zu benötigen, jeder zahlt mal drauf und jeder gewinnt mal dazu. So ist das eben in einer Solidargemeinschaft. Oder will man in Zukunft jede Lebensäußerung eines Menschen überwachen und bewerten? Viele Dicke sind auch sehr gesund und sterbeen sozialverträglich früh und plötzlich. Da sollten die Angehörigen doch Geld von der Kasse zurückklagen!

  2. Jadawin schrieb: 24. Juli 2010 um 00:45

    Jau, das passt in den Trend – dann aber bitte auch Sonderabgabe für den Skiurlaub, für Motorradfahrer, Fallschirmspringer, Sportler allgemein,…
    Am besten rundum Überwachung, um sicherzustellen, dass jeder den derzeiten Ernährungsempfehlungen folgt, weder sich selbst noch andere gefährdet, …
    Der Name Wanderwitz passt schon….

  3. Wittekind schrieb: 24. Juli 2010 um 13:03

    Ist doch toll, indem die Germanische Neue Medizin von Dr. Hamer nicht anerkannt, dafür aber diffamiert wird, kann man gleichzeitig auch noch bestimmte Bevölkerungsgruppen diffamieren. Der Zusammenhang zwischen Adipositas und Übergewicht bleibt der Schulmedizin ebenso wie viele andere Zusammenhänge und Ursachen weiterhin verschlossen.
    http://www.neue-medizin.de/html/diabetes.html

  4. Erich Paus schrieb: 24. Juli 2010 um 13:13

    Die hupenden und drängelnden Erbsenzähler und Korinthenkacker auf der Überholspur können sich wieder einordnen :
    Der Zusatzbeitrag kommt aus der Rentenkasse.
    Schließlich sterben die Dicken früher.

  5. Wittekind schrieb: 24. Juli 2010 um 20:52

    Ein Fehler in meinem Beitrag 13:03.
    Muß heißen: Zusammenhang zwischen Adipositas und DIABETES.

  6. Germani schrieb: 19. Februar 2012 um 22:00

    Wir Deutschen sind die fettesten Europäer?
    Kann natürlich genetisch bedingt sein?
    In Japan findet man so gut wie keine Dicke. Zum einen ernähren die Klüger und zum andern haben die ein ähnliches Kassensystem wie wir. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind daran beteiligt.
    Wird der Arbeitnehmer übergewichtig, dann steigt sein Beitrag, finde ich voll ok.
    Warum sollen Menschen die sich vernünftig ernähren und bewegen die Unvernunft von Übergewichtigen vorfinanzieren, auch wenn diese wahrscheinlich früher sterben!
    Für mich ist ein Mensch nicht unsozial, weil er sich über die dicken beschwert.
    Ich finde es ist er anders herum. An dieses Thema traut auch kein Politiker ran, außer vielleicht von der Jungen Union. Der Rest unser Politiker , das kann man sehen hat Übergewicht! Schade!

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