6. September 2010

Ältere PKV-Tarife – wie sieht die Beitragsentwicklung aus?

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Wer sich privat krankenversichert, wählt seinen Tarif neben Leistung auch nach Höhe des Monatsbeitrags aus. Während Leistungen in der PKV allerdings bis ans Lebensende vertraglich garantiert werden, müssen sich Privatversicherte bei den Beiträgen jedes Jahr im Herbst auf Prämienveränderungen einstellen. Je besser die Risikokalkulation der PKV-Gesellschaft im Vorfeld, desto geringer die Gefahr einer bösen Beitragsüberrasch- ungen.

Am besten lässt sich eine PKV-Beitragsentwicklung anhand von älteren Tarife nachverfol- gen, die noch offen für Neuzugänge sind. Dazu gehören einige Tarife von der Süddeutschen Krankenversicherung, der Halleschen, der Alten Oldenburger,  der Victoria und AXA. Alle Prämienbeispiele berechnen sich für einen 30-jährigen Mann (ohne Berücksichtigung eines Arbeitgeberzuschusses und möglichen Risikozuschlags) bzw. eine 30-jährige Frau (in Klammern).

Beitragsverläufe bei älteren Tarifen

Die Süddeutsche Krankenversicherung hat mit ihrer A-Tarif-Serie einen Spitzenplatz in Sachen Alter erreicht. Der A 75 (Kompakt) sowie der A 80 (ambulant und Zahn) existieren seit Oktober 1974 und nehmen bis heute neue Kunden auf. Seit Dezember 1998 hat sich die Prämie im A 75 um 109 Prozent verteuert (Selbstbehalt: 1,7 Prozent – Frau 46 Prozent, SB 1,7 Prozent) und im A 80  um 151 Prozent (SB: 0,6 Prozent – Frau: 96 Prozent, SB 0,6 Prozent). Die Prämie des A 107 (seit Mai 1994 auf dem Markt) mit ambulanten und Zahnleistungen ist im gleichen Zeitraum um 153 Prozent (Frauentarif: 147 Prozent, SB 7,6 Prozent)  gestiegen.

Bei der Halleschen gehört der AV 2-Kompakttarif zu den alten Hasen. Hier beträgt die Steigerung seit Dezember 1998 103 Prozent (SB 22,2 Prozent – Frauen: 70 Prozent, SB 22 Prozent). Auch den NK 2-Kompakttarif existiert schon sehr lange auf dem Markt und hat sich seit Dezember 1998 um 132  Prozent verteuert (Frauen: 92 Prozent, SB 17,4 Prozent).

Die Alte Oldenburger hat mit ihrem ambulanten A 112 einen Vollkostentarif der älteren Generation im Portfolio, der seit der Einführung im Februar 1994 immer noch Neukunden aufnimmt und seit Dezember 1998 eine Steigerung um  246 Prozent verzeichnet hat (SB 22,1 Prozent – Frauen: 92 Prozent, SB 22,1 Prozent).

Die Axa hat beim Vital 900-N (ambulant und stationär) seit seiner Eröffnung im Januar 1999 bisher eine Beitrags-Gesamtsteigerung von 107 Prozent erreicht (SB 20 Prozent – Frauen: 47 Prozent, SB 20 Prozent).

Auch die Victoria führt einige ältere Tarife, die noch für Neukunden zugänglich sind. Während die Prämie des ambulanten Vollkostentarifs AB 03 seit Dezember 1998 um 204 Prozent gestiegen ist (SB 30,3 Prozent – Frauen: 56 Prozent, SB 30,3 Prozent), hat sich der AN 90, ebenfalls ein ambulanter Vollkostentarif, im gleichen Zeitraum nur um 84 Prozent verteuert bei gleichzeitiger Verringerung des Eigenanteils (SB -2,3 Prozent – Frauen: 62 Prozent, SB -2,3 Prozent).

Beitragsentwicklung in jüngeren Tarifen

Relativ junge Tarife zeichnen sich meist auch durch eine recht niedrige Prämie aus. Dazu gehören der MediStart 2SB von der Gothaer, der seit Januar 2009 existiert und seither gleich teuer geblieben ist (Frauen: plus 5,9 Prozent). Dagegen hat der KVE 3 von der Han- seMerkur (Juli 2007)  ist seit seiner Einführung  eine Prämienverteuerung um 6 Prozent erreicht (Frauen: 4 Prozent).

Kunden des AGILcomfort960 von der R+V (Januar 2009) sowie  im Esprit X-Kompakttarif (Juli 2008) zahlen genauso viel wie bei der  Einführung (Frauen im AGILcomfort960: plus 4,4 Prozent). Der junge Kompakttarif K 600 von der ARAG (seit März 2007 auf dem Markt) hat sich dagegen bisher um mehr als ein Drittel verteuert: 36 Prozent. Auch der CP-Optimal 600A+PLUS-Kompakttarif von der Union ist noch nicht alt (Start: Januar 2007),  jedoch seit Januar 2007 schon fast um die Hälfte teurer geworden (43 Prozent – Frauen: 29,2 Prozent).

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